In Zwickau findet am 07.06.2009 neben der Europawahl auch die Wahl des neuen Stadtrates statt. Wie bei jeder Wahl werden auch bei dieser Kommunalwahl jede Menge Versprechungen gemacht und Anschuldigungen zum politischen Gegner in der Öffentlichkeit kommuniziert. Wenn man dazu noch die Lokalen Medien verfolgt bekommt man einen guten Eindruck über die Journalistische Arbeit und die Politischen Lager der einzelnen Redakteure und Medien.

So zum Beispiel bei unserem Werbefinanzierten Wochenblatt mit dem Namen "Wochenspiegel". Dort wurde in der Ausgabe vom 23.05.2009 die Webseite "Wahlen-Zwickau.de" als unabhängiges Medium für mehr Kandidaten Transparenz vorgestellt (siehe Foto). Der Betreiber dieser Webseite, Tristan Drechsel, ist auch ein Kandidat für den Stadtrat und kandidiert auf der Liste der CDU. 

In dem Artikel über sein neu geschaffenes Portal wird unter anderem damit geworben das das Portal nach 3700 Besuchen schon ganz oben auf der Liste bei Google steht. Ein kleiner Kontrollblick mit den Suchbegriffen "Wahlen Zwickau" und "Zwickau Wahl" ergab leider ein anderes Bild (siehe Screenshot). Was anderes hätte mich auch sehr gewundert bei einem Google-Pagerank von 0, aber das nur nebenbei.

Vielmehr störte mich an diesem Artikel das explizit darauf hingewiesen wurde das man auf dieser Seite nicht nur die CDU Kandidaten findet sondern sich auch schon Kandidaten aus anderen politischen Parteien und Gruppierungen, die zur Wahl stehen, dort mit Profil eingepflegt haben. Auch da brachte ein kurzer Blick ein ganz anderes Bild zu Tage, derzeit lässt sich dort nur ein einziges Profil eines Kandidaten ausserhalb der Reihen der CDU finden. Und selbst bei der CDU finden sich nur die Profile von 4 Kandidaten.

Der Grund dafür steht auch im Artikel des Wochenspiegels, Herr Drechsel möchte mit dieser Seite nämlich Geld verdienen. So lässt er sich mit den folgenden Worten zitieren: "Wir haben allein rund 400 Stunden Arbeit in das Portal gesteck. Es wäre halt schön, wenn es sich refinanzieren ließe." Schade das Herr Drechsel sich im Artikel nicht über die Kosten für interessierte Kandidaten einlässt, auch über die Webseite sind darüber keine Informationen zu erhalten diese erhällt man nur per eMail. Eine Telefonische Nachfrage bei Herrn Drechsel ergab Kosten für die Kandidaten von 80 Euro bis 190 Euro, jeweils pro Kandidat und Jahr.

Da möchte also jemand mit den Wahlen in Zwickau Kasse machen, gut das kann ja jeder tun wie er oder sie möchte. Gerade wenn man 400 Arbeitsstunden in solch ein Portal investiert hat liegt der Wunsch nach Refinanzierung natürlich nahe. Der Footer der Webseite selbst liefert dann auch eine Erklärung für die 400 Arbeitsstunden, "Copyright © 2005 – 2009 Wahlen-Zwickau.de Das Kandidatenportal zur Stadtratswahl 2009". Allerdings wurde mir telefonisch versichert das man erst seit April an dieser Seite arbeitet und das sich der Copyright Hinweis auf die Programmierung bezieht. Damit meint man dann wohl die Software-Basis im Hintergrund, diese wird nämlich von Joomla gestellt. Leider hat man den Hinweis darauf aus dem Copyright entfernt und gegen einen eigenen Copyright Hinweis ersetzt. Etwas unglücklich  wie ich finde, auch wenn die GPL (unter dieser Lizenz steht Joomla) keine zwingende Angabe des Copyrights vorraussetzt. Gerade im Hinblick auf die Jahresangabe im Copyright entsteht so der Eindruck das diese Seite die Arbeit von 4 Jahren ist.

Alles in allem finde ich die Idee hinter der Webseite gut auch wenn damit versucht wird Geld zu verdienen. Was mich stört sind die angesprochenen Punkte und die doch unverholene und ungekennzeichnete Wahlwerbung im Artikel des Wochenspiegels sowie die schlechte Recherche seitens der Autorin Uta Pleißner.

Share and Enjoy:
  • Add to favorites
  • Print
  • email
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Technorati
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • MySpace
  • Slashdot
  • FriendFeed

Ähnliche Artikel:

  1. Ergebnisse Zwickau: Europawahl 2009
  2. Demokratische Allianz Zwickau
  3. Ende der AG Zwickau?
  4. Piratenpartei bei der EU-Wahl in Zwickau
  5. Stadtrats Hick-Hack